Vortrag von Maria Kölble

2. März 2002


Als im Jahre 1986 der Physiknobelpreis für die Erfindung des Elektronenmikroskops an Prof. Ernst Ruska verliehen wurde, erinnerte man sich in Bühl der Tatsache, dass hier einmal ein Lehrer gleichen Nachnamens gelebt hat. Es wurde recherchiert und dabei einige interessante Daten zu Tage gefördert.

Schon die Überschrift eines Artikels im Acher-Bühler Boten wies auf die familiäre Bindung des Lehrers zum Nobelpreisträger hin - er war sein Großvater. Dass dieser Lehrer von 1860-1985 hier gewirkt haben soll, konnte nur auf einen Druckfehler hindeuten. Dass aber Ferdinand Ruska in Grafenhausen in der Nähe des Schluchsees gebürtig sein sollte, hat meine mit Ruska'schen Daten vorbelastete Seele schwer erschüttert. Der wirkliche Geburtsort ist das Grafenhausen im früheren Amtsbezirk Ettenheim, heute Kappel-Grafenhausen.

Am 7. Oktober 1826 wurde er dort als Sohn eines Glasermeisters geboren. Zusammen mit 2 Schwestern wuchs er im ländlich-handwerklichen Umfeld auf. Gänsehüten und Feldarbeiten gehörten nicht unbedingt zu den Lieblingsbeschäftigungen des Jungen. Viel lieber hätte er in der Werkstatt des Vaters herumgewerkelt, was aber den vorhandenen Glasvorräten sehr abkömmlich war.

So war er des öfteren bei einem Nachbarn zu finden, der als Hafner genug Material zum Formen von Tierfiguren hatte. In späteren Jahren erinnerte Ruska mit folgenden Worten an jene Zeit: "Wenn meine Neigung und Begabung für alle Kunst gepflegt und in geregelter Weise gefördert worden wäre, glaube ich, dass ich ein tüchtiger Bildhauer oder ähnliches hätte werden können. Auf dem Dorfe verkümmert manches Talent, das in der Stadt durch mannigfache Anregung erhalten und zur Entfaltung gebracht wird."

Die Zeit der Einschulung kam. Mit gemischten Gefühlen hatte er des öfteren das Schulgebäude in der Nachbarschaft beäugt. Zu oft ertönte lautstarkes Geschrei aus dem Gemäuer, das ja nur auf mögliche Prügelstrafen zurückzuführen sein konnte.

Ein unvergessenes Erlebnis aus der Jugendzeit Ruskas war eine Reise von Grafenhausen nach Baden-Baden. Eine Schwester der Mutter im Kloster Lichtental sollte besucht werden. Ferdinand sollte sie begleiten. Bis Offenburg mit Fuhrwerk, dann zu Fuß weiter bis Achern. Wie viele Schritte werden es für den 8jährigen gewesen sein? Die meistgesprochenen Worte dieser Tage werden die gewesen sein: "Midderli ischs noch wit?" In Achern im Pfarrhaus konnte genächtigt werden und für Verköstigung wurde auch gesorgt. Der Pfarrer war noch kurze Zeit vorher als Seelsorger in Grafenhausen tätig, er kannte die Ruskas. Der kleine Ferdinand wurde dann auch besonders liebevoll begrüßt mit den Worten: "Da ist er ja, der wilde Schreier!" In der Frühe des nächsten Tages ging es weiter, an der Lindenkirche wurde die erste Rast gemacht. Dass Ruska Jahre später dieses Gebäude als Motiv für seine Ölmalerei gewählt hat, wurzelt vielleicht in diesen Minuten der Erholung, da er mit seiner Mutter hier verweilen konnte.

Und nun kam, was kommen musste: Die Ruskas zogen durch Bühl, durch die Stadt, die ihm 30 Jahre später so ans Herz wachsen sollte. An der Brücke am Bach setzte man sich zu Rast. "Es hatte gerade kein Hochwasser", und so aßen sie Kirschen und Brot, was die Mutter für ein paar Kreuzer erstehen konnte. Dieser Aufenthalt ist ihm in unauslöschlicher Erinnerung geblieben. Nach der Reise wurde er von seinen Kameraden mit größtem Respekt behandelt, wandelte doch ein Weltreisender unter ihnen. Die Zeit verging. Der berufliche Werdegang des Sohnes wurde überdacht. Handwerk und Kunst lehnte der Vater ab. Der Sohn sollte etwas Rechtes werden. Und somit waren die Grundlagen für das Lehramt geschaffen.

Weder aus höheren noch aus mittleren Ständen gingen die Schullehrer hervor, sondern Söhne von Tagelöhnern, von Kleinbauern, Handwerkern oder Schullehrern selbst traten in das Lehramt ein. Und dies, obwohl in entsprechenden Publikationen gewarnt wurde, dass selbst der bedauernswerte Tagelöhner besser gestellt sei als mancher Schullehrer. Es waren dann auch gleich drei aus dem Dorf, die von Pfarrer Steiger für die Ausbildung am Lehrerseminar Meersburg vorbereitet wurden.

Die Zeit mit Pfarrer Steiger war eine der prägendsten für Ferdinand Ruska, gestaltete doch dieser Lehrherr den Unterricht für die drei Kandidaten mit großer Fürsorge und Güte. Über die schweren Jahre in Meersburg können einige Informationen der betreffenden Stellwand entnommen werden.

Die Zeit des Kasteiens ging vorüber. Die erste Anstellung wurde Ruska in Mahlberg zugeteilt, nicht weit von seinem Heimatort entfernt. Hier verbrachte er auch die Zeit der 48er-Revolution, was auch in Mahlberg für einige Probleme sorgte. Ein kurzer Stellenwechsel nach Stadelhofen stellte sich als Trugschluss heraus, also gab er um eine weitere Versetzung ein.

Es traf ihn zunächst hart, dass er auf den hohen Schwarzwald, nämlich nach Bernau, versetzt wurde. Hab und Gut wurden auf ein Fuhrwerk geladen und nach Bernau transportiert. Nach dem Leben in der fruchtbaren Rheinebene war dies schon eine Ernüchterung. Trotz großer Armut und meistens leerer Gemeindekasse, harrte er aus und traf so auf den jungen Hans Thoma. Eine Zeichenschule wurde behördlicherseits eingerichtet, die Leitung Lehrer Ruska übertragen.

Die Elementarschule besuchte Thoma in Bernau-Außertal, während Ruska in Bernau-Innertal unterrichtete. Im Jahre 1857 verlässt Hans Thoma Bernau, um in Karlsruhe sein Kunststudium zu beginnen. Der Pfarrer und Lehrer Ruska begleiten ihn bis Freiburg, bzw. Mahlberg, Ruska verbringt dort Ferientage, während Thoma nach Karlsruhe fährt.

Die harten klimatischen Bedingungen in Bernau waren für Ruskas Frau mit großen gesundheitlichen Problemen verbunden. Nach 8jähriger Tätigkeit war deshalb der Abschied von dem liebgewonnen Ort vorprogrammiert. In Bühl galt es, die Stelle des zweiten Hauptlehrers zu besetzen. Ruska sagte zu. Ein Glücksfall für Bühl. Die erste Wohnung bezog man beim Färber Basler, gegenüber der Brauerei zum Lamm.

War er nun zunächst mit dem Posten des zweiten Hauptlehrers betraut, kamen schon bald weitere Ämter hinzu. Zeichenunterricht an der Gewerbeschule, Übernahme des Gesangsvereins, von Bürgermeister Schütt bekam er das Amt des Stiftungsaktuars aufgetragen, was ihn sehr freute, hatte er dadurch doch auf angenehme Art 50 Gulden jährlich mehr in der Haushaltskasse.

Der Organistendienst und die Leitung des Kirchenchores zeugten durchaus von seinem musikalischen Talent, wenngleich der damalige Pfarrer fast grundsätzlich tadelte. Mitte der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts kam für Ruska dann unerwartete Hilfe: Anlässlich der Firmung in Bühl war der Mainzer Bischof Ketteler anwesend. Seine Lobpreisung des Bühler Kirchengesangs ließ des Pfarrers Kritik verstummen. Dass Bürgermeister Schütt daraufhin für den Kirchenchor eine ansehnliche Summe aus dem Heiligenfond als Anerkennung dieser Leistung bereitstellte, ließ die Ärgernisse der Vergangenheit fast vergessen.

Das Vereinsleben gestaltete sich auch in anderen Bereichen nicht unproblematisch, denken wir nur an die Vorfälle im Männergesangsverein, die für viel Wirbel im städtischen Leben sorgten. Die Spitze war erreicht, als Ruska sein Amt des Dirigenten niederlegte. Alle Versuche des Vereins, ihn zur Wiederaufnahme dieser Tätigkeit zu bewegen, misslangen.

1867 wurde dem Ehepaar Ruska das erste Kind geboren. Am 9. Februar erblickte Julius Ruska das Licht der Welt, was die Stadt sogar dazu veranlasste, einen Fackelzug zu veranstalten. Ruska wunderte sich, wieviel Durst die Männer im Anschluss bei dem von ihm gestifteten Freibier hatten. 1868 kam der zweite Sohn Albert zur Welt.

1869 Umzug innerhalb Bühls. In der Südstadt bei Kaminfeger Stemmle fanden sie bessere Unterkunft. Er war schicksalhaft, dieser Umzug. Denn ein an Stemmles angrenzendes Grundstück wurde zum Verkauf angeboten. 1100 Gulden waren aufzubringen, der Traum vom Eigenheim rückte näher und am 21. 4. 1872 wurde die Sache unterzeichnet.

Es fällt schwer, über dieses Thema in Kürze zu berichten. Niemals können nachempfundene Worte der Sache so viel Ausdruck verleihen, wie der Originaltext aus den Lebenserinnerungen vermittelt. Zunächst stellte sich heraus, dass Ruska ein begeisterter Bauherr war, mit sehr viel persönlichem Einsatz und Können. War ihm das Angebot von einem Bühlertäler Sägemühlenbesitzer für Bauholz mit 32 Kreuzern pro Kubikfuß zu teuer, erkundigte er sich bei einem Holzhändler in Neusatz. Dieser wollte für den Kubikfuß nur 14 Kreuzer und das bei tadellosem Holz. Die Einsparung war beträchtlich. Ein Foto, eines von Ferdinand Ruska gemalten Ölbildes, lässt den Verdacht aufkommen, dass dieses Motiv beim Abtransport des Bauholzes aus dem Neusatzer Wald entstanden ist.

Die Beschaffung der Steine war einfacher. Bruchsteine für das Fundament kamen aus Rittersbach, der Bausand aus Altschweier. Man könnte sämtliche Einzelheiten des Hausbaus aufzählen, aber es würde den zeitlichen Rahmen dieser Ausstellungseröffnung sprengen. Bemerkenswert ist, dass im neuerstandenen "Ruskaschen Erbhof" der erste Hausbrunnen der Stadt installiert wurde. Ruska wollte es seiner zarten Frau nicht zumuten, über weite Strecken Wassereimer zu schleppen. Ein anderes Nass hat man in Fässern über eine Steintreppe in den Keller geschafft. Der Affentaler Rote hat in den Lebenserinnerungen auch ein Plätzchen gefunden und demnach genüssliche Eindrücke hinterlassen.

Für Julius Ruska kam die Schulzeit, und 1877 erblickte ein weiterer Sohn namens Otto das Licht der Welt. Vieles wäre aus der Schulzeit zu berichten. So konnten wir anhand von Schülerlisten feststellen, dass z.B. der Großvater des Herrn Meister ein Schulkamerad von Julius war. Ebenso finden wir in der Liste den Namen Max Krieg, die Freundschaft zwischen Julius und Max setzte sich bis in die Studienzeit in Heidelberg fort, wo die beiden im Studentenregister zu finden sind.

Ein Zitat über die schulischen Verhältnisse in Bühl muss genannt werden: Als Julius in die 8. Klasse kam, bekam die Schule allerhand auswärtigen Zuwachs. Es hatte sich offenbar herumgesprochen, dass sich in Bühl eine Art Akademie der Wissenschaften zu entwickeln begann, und so wurden auch von Altschweier, Eisental und Vimbuch bildungsbeflissene Söhne und Töchter höherer Stände dieser Zentrale zugeführt. Mattenmüllers Liese und Meiers Grete, der Huber Franz, der Schäferle, Traubenwirts Philip und der Sohn des regierenden Bürgermeisters von Vimbuch.

In besonderer Erinnerung blieben bei den Ruskaschen Kindern die Zeiten, als die obere Wohnung im Haus vermietet wurde. Besonders als Frau von Rink mit ihrer Tochter Marie die Zimmer als Sommerwohnung anmietete. Die Damen hatten eine Köchin, deren Küchle die Erinnerung von Julius besonders beeinflusste. Sein Ausspruch: "Ein jeder Jüngling hat nun mal ´nen Hang zum Küchenpersonal."

Dass Julius Ruska nicht in Bühl ansässig geworden ist, haben wohl die Bühler Jungfrauen zu verantworten. Sein nun wiederum notwendiges Zitat: "Mir sind besonders gut in Erinnerung geblieben die Konzerte und Tanzabende unter den Bogenlampen auf dem Kirchplatz, wenn ich auch nicht sagen kann, dass die Bühler Jungfrauen mein Herz in neue Flammen gesetzt hätten."

Um nun wieder auf Ferdinand zurückzukommen, sei die Schaffung der Kriegergedenktafeln für die Kriegsteilnehmer des 1871er Krieges genannt. Jahre hatte man gebraucht, um sich über das Wie und Wo zu einigen. Als es dann feststand, dass am hiesigen Rathaus jene Tafeln angebracht werden sollten, stifteten Ruska und Maler Flick je ein Ölgemälde, durch deren Verkauf ein Grundstockvermögen von 286,28 Mark geschaffen wurde. Ruska hatte dann auch die Ehre, bei der Einweihungsfeier die Rede zu halten, die schließlich so lang war, dass man sie in Fortsetzungen in den Zeitungen der folgenden Tage veröffentlichte.

Der nächste große Einsatz wartete in Form der Gewerbeausstellung von 1884. Als Mitglied des Gewerbevereines war er von der Planung bis zum Abschluss der Ausstellung tätig. Dass wir uns am Wochenende der Bühler Vereine hier versammelt haben, um die Ruska-Ausstellung zu eröffnen, betrachte ich als glücklichen Zufall, war doch Ruska aus historischer Sicht die Seele einiger Bühler Vereine.

Doch auch für Ruska kam die Zeit, in der er kürzer treten musste. In Bühl war er mit allem so verbunden, Abstriche waren hier nicht möglich. In Badenscheuern war eine Hauptlehrerstelle ausgeschrieben, er bewarb sich. Von 98 Bewerbern kamen 12 in die engere Wahl. Ruska bekam die Stelle. Der schmerzlichste Verlust, der mit der Versetzung entstand, war der Verkauf des Hauses. Die Käuferin war die Witwe des Oberförsters Schuler. Ein Abschiedsbankett jagte das andere. Er weinte, als er Bühl verließ.

Badenscheuern 1885 - aus einer verwahrlosten Schule musste er ein bewohnbares Haus machen. Aus den Lebenserinnerungen wissen wir: "Was half meinem Vater alle Entlastung, wenn der tägliche Ärger und der hoffnungslose Kampf gegen Liederlichkeit, Rohheit und Dummheit die Kräfte verzehrte, wenn er sich sagen musste, dass er besser getan hätte, noch ein paar Jahre an der alten Stelle auszuhalten.". Der alternde Lehrer wurde verbittert, obwohl seine Frau ausgleichend in allen Situationen als gute Seele wirkte. Ruska musste sich damit abfinden, weil er ja nichts mehr ändern konnte.

Anfang 1890 erkrankte Julie Ruska schwer. Eine Operation brachte kurze Besserung, aber zur Erschütterung aller verstarb sie im Dezember. Im Ehrengrab, das ihnen trotz Wegzug an der Alban-Stolz-Kapelle reserviert blieb, wurde sie noch vor dem Weihnachtsfest bestattet. Ruska lebte nun mit seinem Sohn Otto in Badenscheuern. Den Haushalt versorgten oft wechselnde Haushälterinnen.

Am 7. Oktober 1896 feierte Ruska seinen 70. Geburtstag. Die Glückwünsche, die so viel Achtung seitens des Sohnes Julius aussagen, können wir anhand eines Originalbriefes wiedergeben.

Heidelberg 06.10.1896

Lieber Vaterl

Zu deinem Geburtstage sende ich dir die herzlichsten Glückwünsche, möge es dir vergönnt sein, noch manche Jahre in Bühl im Genuss der wohlverdienten Ruhe und in zufriedenem Rückblick auf die erfolgreichste Zeit deines Wirkens zuzubringen! Ich weiß wohl, dass du gerade bei diesem Anlass mit doppelter Wehmut unserer lieben guten Mutter gedenken wirst, die uns seit 8 Jahren entrissen ist, mit der vereint du wohl einstens diesen Tag zu feiern hofftest. Aber weilt sie auch nicht mehr unter uns, ihr Bild ist uns immer gegenwärtig, und die Erinnerung an die vielen, glücklichen Jahre in Bühl, die dich erfüllt, wird dir über manch' einsame Stunde hinweghelfen.

Ich möchte diesen Tag auch nicht vorüber gehen lassen, ohne dich meiner unauslöschlichen Dankbarkeit zu versichern für all das Gute, was ich dir in Tat und Beispiel verdanke, und ich glaube diese Schuld nicht besser abtragen zu können, als wenn ich mit derselben Gewissenhaftigkeit und Pflichttreue in meinem Beruf zu wirken bestrebt bin, wie du es getan hast, und nur die Unbeugsamkeit wie Lauterkeit deines Charakters jederzeit als Vorbild voran leuchten lasse.

Bei uns hier geht alles den gewünschten Gang. Im Sommer gibt's bauliche Veränderungen, ich bekomme dann ein Laboratorium eingerichtet und kann dann endlich Botanik und Zoologie ... geben, wie ich's schon lang wünschte.

Mit nochmals herzlichen Wünschen zum morgigen Tage grüßt vielmals

Julius

[Briefzitat Julius Ruska, vorgetragen von Thomas Kölble].

50 Jahre war er nun im Schuldienst, es war Zeit, den ruhigeren Teil des Lebens anzusteuern. Er gab um seine Zurruhesetzung ein und suchte sich in Bühl eine Wohnung. Groß war die Freude, dass er wieder bei Stemmles aufgenommen wurde, in der Wohnung, in der er glückliche Jahre zusammen mit seiner Frau erleben durfte. Er setzte seine vor Jahren angefangene Niederschrift der Lebenserinnerungen fort, machte Reisen zu Freunden. Sein letzter Besuch in Bernau war im Jahre 1896. 1898 war er zum letzten Male in seiner Heimatgemeinde in Grafenhausen.

Am 6. August 1901 verstarb Ferdinand Ruska in Bühl.

Dankbar schauen wir auf die vielen Informationen, die wir den Lebenserinnerungen Julius Ruskas entnehmen konnten. Dass die Verbundenheit zu seiner badischen Heimat sehr groß war, wird durch ein Dokument bezeugt, das ich im Archiv der Humboldt-Universität in Berlin plötzlich in Händen hielt: Julius Ruska beantragte die Aufnahme in den preußischen Staatsverband. Die anwesenden Preußen mögen mir verzeihen, wenn ich jetzt sage, dass der Zusatz "unter Beibehaltung der badischen Staatszugehörigkeit" ein großes Wohlgefühl bei mir ausgelöst hat.

Ein kurzes Wort des Dankes sei mir noch gestattet. Mein größter Dank geht an die Familie Ruska, allen voran Frau Irmela Ruska. Von Anfang an hat sie mich auf meiner Spurensuche begleitet. Sie hat mir viel Vertrauen entgegengebracht, was für mich nie selbstverständlich war. Frau Ruska kann heute nicht bei uns sein, eine Operation verhinderte ihr Kommen. Ich möchte die anwesenden Ruskas bitten, unser großes Dankeschön und die besten Genesungswünsche zu überbringen.

Ein ganz großes Dankeschön gilt dem Team des Stadtgeschichtlichen Instituts; es genügen wenige Worte: Sie sind einfach spitze.