Als
im Jahre 1986 der Physiknobelpreis für die Erfindung
des Elektronenmikroskops an Prof. Ernst Ruska verliehen
wurde, erinnerte man sich in Bühl der Tatsache, dass
hier einmal ein Lehrer gleichen Nachnamens gelebt hat. Es
wurde recherchiert und dabei einige interessante Daten zu
Tage gefördert.
Schon
die Überschrift eines Artikels im Acher-Bühler
Boten wies auf die familiäre Bindung des Lehrers zum
Nobelpreisträger hin - er war sein Großvater.
Dass dieser Lehrer von 1860-1985 hier gewirkt haben soll,
konnte nur auf einen Druckfehler hindeuten. Dass aber
Ferdinand Ruska in Grafenhausen in der Nähe des
Schluchsees gebürtig sein sollte, hat meine mit
Ruska'schen Daten vorbelastete Seele schwer
erschüttert. Der wirkliche Geburtsort ist das
Grafenhausen im früheren Amtsbezirk Ettenheim, heute
Kappel-Grafenhausen.
Am
7. Oktober 1826 wurde er dort als Sohn eines
Glasermeisters geboren. Zusammen mit 2 Schwestern wuchs
er im ländlich-handwerklichen Umfeld auf.
Gänsehüten und Feldarbeiten gehörten nicht
unbedingt zu den Lieblingsbeschäftigungen des
Jungen. Viel lieber hätte er in der Werkstatt des
Vaters herumgewerkelt, was aber den vorhandenen
Glasvorräten sehr abkömmlich war.
So
war er des öfteren bei einem Nachbarn zu finden, der
als Hafner genug Material zum Formen von Tierfiguren
hatte. In späteren Jahren erinnerte Ruska mit
folgenden Worten an jene Zeit: "Wenn meine Neigung und
Begabung für alle Kunst gepflegt und in geregelter
Weise gefördert worden wäre, glaube ich, dass
ich ein tüchtiger Bildhauer oder ähnliches
hätte werden können. Auf dem Dorfe
verkümmert manches Talent, das in der Stadt durch
mannigfache Anregung erhalten und zur Entfaltung gebracht
wird."
Die
Zeit der Einschulung kam. Mit gemischten Gefühlen
hatte er des öfteren das Schulgebäude in der
Nachbarschaft beäugt. Zu oft ertönte
lautstarkes Geschrei aus dem Gemäuer, das ja nur auf
mögliche Prügelstrafen zurückzuführen
sein konnte.
Ein
unvergessenes Erlebnis aus der Jugendzeit Ruskas war eine
Reise von Grafenhausen nach Baden-Baden. Eine Schwester
der Mutter im Kloster Lichtental sollte besucht werden.
Ferdinand sollte sie begleiten. Bis Offenburg mit
Fuhrwerk, dann zu Fuß weiter bis Achern. Wie viele
Schritte werden es für den 8jährigen gewesen
sein? Die meistgesprochenen Worte dieser Tage werden die
gewesen sein: "Midderli ischs noch wit?" In Achern im
Pfarrhaus konnte genächtigt werden und für
Verköstigung wurde auch gesorgt. Der Pfarrer war
noch kurze Zeit vorher als Seelsorger in Grafenhausen
tätig, er kannte die Ruskas. Der kleine Ferdinand
wurde dann auch besonders liebevoll begrüßt
mit den Worten: "Da ist er ja, der wilde Schreier!" In
der Frühe des nächsten Tages ging es weiter, an
der Lindenkirche wurde die erste Rast gemacht. Dass Ruska
Jahre später dieses Gebäude als Motiv für
seine Ölmalerei gewählt hat, wurzelt vielleicht
in diesen Minuten der Erholung, da er mit seiner Mutter
hier verweilen konnte.
Und
nun kam, was kommen musste: Die Ruskas zogen durch
Bühl, durch die Stadt, die ihm 30 Jahre später
so ans Herz wachsen sollte. An der Brücke am Bach
setzte man sich zu Rast. "Es hatte gerade kein
Hochwasser", und so aßen sie Kirschen und Brot, was
die Mutter für ein paar Kreuzer erstehen konnte.
Dieser Aufenthalt ist ihm in unauslöschlicher
Erinnerung geblieben. Nach der Reise wurde er von seinen
Kameraden mit größtem Respekt behandelt,
wandelte doch ein Weltreisender unter ihnen. Die Zeit
verging. Der berufliche Werdegang des Sohnes wurde
überdacht. Handwerk und Kunst lehnte der Vater ab.
Der Sohn sollte etwas Rechtes werden. Und somit waren die
Grundlagen für das Lehramt geschaffen.
Weder
aus höheren noch aus mittleren Ständen gingen
die Schullehrer hervor, sondern Söhne von
Tagelöhnern, von Kleinbauern, Handwerkern oder
Schullehrern selbst traten in das Lehramt ein. Und dies,
obwohl in entsprechenden Publikationen gewarnt wurde,
dass selbst der bedauernswerte Tagelöhner besser
gestellt sei als mancher Schullehrer. Es waren dann auch
gleich drei aus dem Dorf, die von Pfarrer Steiger
für die Ausbildung am Lehrerseminar Meersburg
vorbereitet wurden.
Die
Zeit mit Pfarrer Steiger war eine der prägendsten
für Ferdinand Ruska, gestaltete doch dieser Lehrherr
den Unterricht für die drei Kandidaten mit
großer Fürsorge und Güte. Über die
schweren Jahre in Meersburg können einige
Informationen der betreffenden Stellwand entnommen
werden.
Die
Zeit des Kasteiens ging vorüber. Die erste
Anstellung wurde Ruska in Mahlberg zugeteilt, nicht weit
von seinem Heimatort entfernt. Hier verbrachte er auch
die Zeit der 48er-Revolution, was auch in Mahlberg
für einige Probleme sorgte. Ein kurzer
Stellenwechsel nach Stadelhofen stellte sich als
Trugschluss heraus, also gab er um eine weitere
Versetzung ein.
Es
traf ihn zunächst hart, dass er auf den hohen
Schwarzwald, nämlich nach Bernau, versetzt wurde.
Hab und Gut wurden auf ein Fuhrwerk geladen und nach
Bernau transportiert. Nach dem Leben in der fruchtbaren
Rheinebene war dies schon eine Ernüchterung. Trotz
großer Armut und meistens leerer Gemeindekasse,
harrte er aus und traf so auf den jungen Hans Thoma. Eine
Zeichenschule wurde behördlicherseits eingerichtet,
die Leitung Lehrer Ruska übertragen.
Die
Elementarschule besuchte Thoma in Bernau-Außertal,
während Ruska in Bernau-Innertal unterrichtete. Im
Jahre 1857 verlässt Hans Thoma Bernau, um in
Karlsruhe sein Kunststudium zu beginnen. Der Pfarrer und
Lehrer Ruska begleiten ihn bis Freiburg, bzw. Mahlberg,
Ruska verbringt dort Ferientage, während Thoma nach
Karlsruhe fährt.
Die
harten klimatischen Bedingungen in Bernau waren für
Ruskas Frau mit großen gesundheitlichen Problemen
verbunden. Nach 8jähriger Tätigkeit war deshalb
der Abschied von dem liebgewonnen Ort vorprogrammiert. In
Bühl galt es, die Stelle des zweiten Hauptlehrers zu
besetzen. Ruska sagte zu. Ein Glücksfall für
Bühl. Die erste Wohnung bezog man beim Färber
Basler, gegenüber der Brauerei zum Lamm.
War
er nun zunächst mit dem Posten des zweiten
Hauptlehrers betraut, kamen schon bald weitere Ämter
hinzu. Zeichenunterricht an der Gewerbeschule,
Übernahme des Gesangsvereins, von Bürgermeister
Schütt bekam er das Amt des Stiftungsaktuars
aufgetragen, was ihn sehr freute, hatte er dadurch doch
auf angenehme Art 50 Gulden jährlich mehr in der
Haushaltskasse.
Der
Organistendienst und die Leitung des Kirchenchores
zeugten durchaus von seinem musikalischen Talent,
wenngleich der damalige Pfarrer fast grundsätzlich
tadelte. Mitte der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts kam
für Ruska dann unerwartete Hilfe: Anlässlich
der Firmung in Bühl war der Mainzer Bischof Ketteler
anwesend. Seine Lobpreisung des Bühler
Kirchengesangs ließ des Pfarrers Kritik verstummen.
Dass Bürgermeister Schütt daraufhin für
den Kirchenchor eine ansehnliche Summe aus dem
Heiligenfond als Anerkennung dieser Leistung
bereitstellte, ließ die Ärgernisse der
Vergangenheit fast vergessen.
Das
Vereinsleben gestaltete sich auch in anderen Bereichen
nicht unproblematisch, denken wir nur an die
Vorfälle im Männergesangsverein, die für
viel Wirbel im städtischen Leben sorgten. Die Spitze
war erreicht, als Ruska sein Amt des Dirigenten
niederlegte. Alle Versuche des Vereins, ihn zur
Wiederaufnahme dieser Tätigkeit zu bewegen,
misslangen.
1867
wurde dem Ehepaar Ruska das erste Kind geboren. Am 9.
Februar erblickte Julius Ruska das Licht der Welt, was
die Stadt sogar dazu veranlasste, einen Fackelzug zu
veranstalten. Ruska wunderte sich, wieviel Durst die
Männer im Anschluss bei dem von ihm gestifteten
Freibier hatten. 1868 kam der zweite Sohn Albert zur
Welt.
1869
Umzug innerhalb Bühls. In der Südstadt bei
Kaminfeger Stemmle fanden sie bessere Unterkunft. Er war
schicksalhaft, dieser Umzug. Denn ein an Stemmles
angrenzendes Grundstück wurde zum Verkauf angeboten.
1100 Gulden waren aufzubringen, der Traum vom Eigenheim
rückte näher und am 21. 4. 1872 wurde die Sache
unterzeichnet.
Es
fällt schwer, über dieses Thema in Kürze
zu berichten. Niemals können nachempfundene Worte
der Sache so viel Ausdruck verleihen, wie der
Originaltext aus den Lebenserinnerungen vermittelt.
Zunächst stellte sich heraus, dass Ruska ein
begeisterter Bauherr war, mit sehr viel persönlichem
Einsatz und Können. War ihm das Angebot von einem
Bühlertäler Sägemühlenbesitzer
für Bauholz mit 32 Kreuzern pro Kubikfuß zu
teuer, erkundigte er sich bei einem Holzhändler in
Neusatz. Dieser wollte für den Kubikfuß nur 14
Kreuzer und das bei tadellosem Holz. Die Einsparung war
beträchtlich. Ein Foto, eines von Ferdinand Ruska
gemalten Ölbildes, lässt den Verdacht
aufkommen, dass dieses Motiv beim Abtransport des
Bauholzes aus dem Neusatzer Wald entstanden
ist.
Die
Beschaffung der Steine war einfacher. Bruchsteine
für das Fundament kamen aus Rittersbach, der Bausand
aus Altschweier. Man könnte sämtliche
Einzelheiten des Hausbaus aufzählen, aber es
würde den zeitlichen Rahmen dieser
Ausstellungseröffnung sprengen. Bemerkenswert ist,
dass im neuerstandenen "Ruskaschen Erbhof" der erste
Hausbrunnen der Stadt installiert wurde. Ruska wollte es
seiner zarten Frau nicht zumuten, über weite
Strecken Wassereimer zu schleppen. Ein anderes Nass hat
man in Fässern über eine Steintreppe in den
Keller geschafft. Der Affentaler Rote hat in den
Lebenserinnerungen auch ein Plätzchen gefunden und
demnach genüssliche Eindrücke
hinterlassen.
Für
Julius Ruska kam die Schulzeit, und 1877 erblickte ein
weiterer Sohn namens Otto das Licht der Welt. Vieles
wäre aus der Schulzeit zu berichten. So konnten wir
anhand von Schülerlisten feststellen, dass z.B. der
Großvater des Herrn Meister ein Schulkamerad von
Julius war. Ebenso finden wir in der Liste den Namen Max
Krieg, die Freundschaft zwischen Julius und Max setzte
sich bis in die Studienzeit in Heidelberg fort, wo die
beiden im Studentenregister zu finden sind.
Ein
Zitat über die schulischen Verhältnisse in
Bühl muss genannt werden: Als Julius in die 8.
Klasse kam, bekam die Schule allerhand auswärtigen
Zuwachs. Es hatte sich offenbar herumgesprochen, dass
sich in Bühl eine Art Akademie der Wissenschaften zu
entwickeln begann, und so wurden auch von Altschweier,
Eisental und Vimbuch bildungsbeflissene Söhne und
Töchter höherer Stände dieser Zentrale
zugeführt. Mattenmüllers Liese und Meiers
Grete, der Huber Franz, der Schäferle, Traubenwirts
Philip und der Sohn des regierenden Bürgermeisters
von Vimbuch.
In
besonderer Erinnerung blieben bei den Ruskaschen Kindern
die Zeiten, als die obere Wohnung im Haus vermietet
wurde. Besonders als Frau von Rink mit ihrer Tochter
Marie die Zimmer als Sommerwohnung anmietete. Die Damen
hatten eine Köchin, deren Küchle die Erinnerung
von Julius besonders beeinflusste. Sein Ausspruch: "Ein
jeder Jüngling hat nun mal ´nen Hang zum
Küchenpersonal."
Dass
Julius Ruska nicht in Bühl ansässig geworden
ist, haben wohl die Bühler Jungfrauen zu
verantworten. Sein nun wiederum notwendiges Zitat: "Mir
sind besonders gut in Erinnerung geblieben die Konzerte
und Tanzabende unter den Bogenlampen auf dem Kirchplatz,
wenn ich auch nicht sagen kann, dass die Bühler
Jungfrauen mein Herz in neue Flammen gesetzt
hätten."
Um
nun wieder auf Ferdinand zurückzukommen, sei die
Schaffung der Kriegergedenktafeln für die
Kriegsteilnehmer des 1871er Krieges genannt. Jahre hatte
man gebraucht, um sich über das Wie und Wo zu
einigen. Als es dann feststand, dass am hiesigen Rathaus
jene Tafeln angebracht werden sollten, stifteten Ruska
und Maler Flick je ein Ölgemälde, durch deren
Verkauf ein Grundstockvermögen von 286,28 Mark
geschaffen wurde. Ruska hatte dann auch die Ehre, bei der
Einweihungsfeier die Rede zu halten, die
schließlich so lang war, dass man sie in
Fortsetzungen in den Zeitungen der folgenden Tage
veröffentlichte.
Der
nächste große Einsatz wartete in Form der
Gewerbeausstellung von 1884. Als Mitglied des
Gewerbevereines war er von der Planung bis zum Abschluss
der Ausstellung tätig. Dass wir uns am Wochenende
der Bühler Vereine hier versammelt haben, um die
Ruska-Ausstellung zu eröffnen, betrachte ich als
glücklichen Zufall, war doch Ruska aus historischer
Sicht die Seele einiger Bühler Vereine.
Doch
auch für Ruska kam die Zeit, in der er kürzer
treten musste. In Bühl war er mit allem so
verbunden, Abstriche waren hier nicht möglich. In
Badenscheuern war eine Hauptlehrerstelle ausgeschrieben,
er bewarb sich. Von 98 Bewerbern kamen 12 in die engere
Wahl. Ruska bekam die Stelle. Der schmerzlichste Verlust,
der mit der Versetzung entstand, war der Verkauf des
Hauses. Die Käuferin war die Witwe des
Oberförsters Schuler. Ein Abschiedsbankett jagte das
andere. Er weinte, als er Bühl
verließ.
Badenscheuern
1885 - aus einer verwahrlosten Schule musste er ein
bewohnbares Haus machen. Aus den Lebenserinnerungen
wissen wir: "Was half meinem Vater alle Entlastung, wenn
der tägliche Ärger und der hoffnungslose Kampf
gegen Liederlichkeit, Rohheit und Dummheit die
Kräfte verzehrte, wenn er sich sagen musste, dass er
besser getan hätte, noch ein paar Jahre an der alten
Stelle auszuhalten.". Der alternde Lehrer wurde
verbittert, obwohl seine Frau ausgleichend in allen
Situationen als gute Seele wirkte. Ruska musste sich
damit abfinden, weil er ja nichts mehr ändern
konnte.
Anfang
1890 erkrankte Julie Ruska schwer. Eine Operation brachte
kurze Besserung, aber zur Erschütterung aller
verstarb sie im Dezember. Im Ehrengrab, das ihnen trotz
Wegzug an der Alban-Stolz-Kapelle reserviert blieb, wurde
sie noch vor dem Weihnachtsfest bestattet. Ruska lebte
nun mit seinem Sohn Otto in Badenscheuern. Den Haushalt
versorgten oft wechselnde
Haushälterinnen.
Am
7. Oktober 1896 feierte Ruska seinen 70. Geburtstag. Die
Glückwünsche, die so viel Achtung seitens des
Sohnes Julius aussagen, können wir anhand eines
Originalbriefes wiedergeben.
Heidelberg
06.10.1896
Lieber
Vaterl
Zu
deinem Geburtstage sende ich dir die herzlichsten
Glückwünsche, möge es dir vergönnt
sein, noch manche Jahre in Bühl im Genuss der
wohlverdienten Ruhe und in zufriedenem Rückblick
auf die erfolgreichste Zeit deines Wirkens
zuzubringen! Ich weiß wohl, dass du gerade bei
diesem Anlass mit doppelter Wehmut unserer lieben
guten Mutter gedenken wirst, die uns seit 8 Jahren
entrissen ist, mit der vereint du wohl einstens diesen
Tag zu feiern hofftest. Aber weilt sie auch nicht mehr
unter uns, ihr Bild ist uns immer gegenwärtig,
und die Erinnerung an die vielen, glücklichen
Jahre in Bühl, die dich erfüllt, wird dir
über manch' einsame Stunde
hinweghelfen.
Ich
möchte diesen Tag auch nicht vorüber gehen
lassen, ohne dich meiner unauslöschlichen
Dankbarkeit zu versichern für all das Gute, was
ich dir in Tat und Beispiel verdanke, und ich glaube
diese Schuld nicht besser abtragen zu können, als
wenn ich mit derselben Gewissenhaftigkeit und
Pflichttreue in meinem Beruf zu wirken bestrebt bin,
wie du es getan hast, und nur die Unbeugsamkeit wie
Lauterkeit deines Charakters jederzeit als Vorbild
voran leuchten lasse.
Bei
uns hier geht alles den gewünschten Gang. Im
Sommer gibt's bauliche Veränderungen, ich bekomme
dann ein Laboratorium eingerichtet und kann dann
endlich Botanik und Zoologie ... geben, wie ich's
schon lang wünschte.
Mit
nochmals herzlichen Wünschen zum morgigen Tage
grüßt vielmals
Julius
[Briefzitat
Julius Ruska, vorgetragen von Thomas
Kölble].
50
Jahre war er nun im Schuldienst, es war Zeit, den
ruhigeren Teil des Lebens anzusteuern. Er gab um seine
Zurruhesetzung ein und suchte sich in Bühl eine
Wohnung. Groß war die Freude, dass er wieder bei
Stemmles aufgenommen wurde, in der Wohnung, in der er
glückliche Jahre zusammen mit seiner Frau erleben
durfte. Er setzte seine vor Jahren angefangene
Niederschrift der Lebenserinnerungen fort, machte Reisen
zu Freunden. Sein letzter Besuch in Bernau war im Jahre
1896. 1898 war er zum letzten Male in seiner
Heimatgemeinde in Grafenhausen.
Am
6. August 1901 verstarb Ferdinand Ruska in
Bühl.
Dankbar
schauen wir auf die vielen Informationen, die wir den
Lebenserinnerungen Julius Ruskas entnehmen konnten. Dass
die Verbundenheit zu seiner badischen Heimat sehr
groß war, wird durch ein Dokument bezeugt, das ich
im Archiv der Humboldt-Universität in Berlin
plötzlich in Händen hielt: Julius Ruska
beantragte die Aufnahme in den preußischen
Staatsverband. Die anwesenden Preußen mögen
mir verzeihen, wenn ich jetzt sage, dass der Zusatz
"unter Beibehaltung der badischen
Staatszugehörigkeit" ein großes
Wohlgefühl bei mir ausgelöst hat.
Ein
kurzes Wort des Dankes sei mir noch gestattet. Mein
größter Dank geht an die Familie Ruska, allen
voran Frau Irmela Ruska. Von Anfang an hat sie mich auf
meiner Spurensuche begleitet. Sie hat mir viel Vertrauen
entgegengebracht, was für mich nie
selbstverständlich war. Frau Ruska kann heute nicht
bei uns sein, eine Operation verhinderte ihr Kommen. Ich
möchte die anwesenden Ruskas bitten, unser
großes Dankeschön und die besten
Genesungswünsche zu überbringen.
Ein
ganz großes Dankeschön gilt dem Team des
Stadtgeschichtlichen Instituts; es genügen wenige
Worte: Sie sind einfach spitze.