Pressemitteilung der Stadt Bühl Nr. 70 vom 6. März 2002
Anke Sattler
 

Ferdinand Ruska / Ausstellungseröffnung "Lehrer - Maler - Musiker"

Geprägt von der lebenslangen Liebe zu den schönen Künsten

Bühl (st). Mit einer Ausstellung über Ferdinand Ruska wird vom 2. bis 28. März 2002 im Schloß Waldsteg in Neusatz an das Lebens-werk des Bühler Lehrers, Malers und Musikers erinnert.

Nicht zum ersten Mal widmet die Initiatorin der Ausstellung, die aus Grafenhausen stammende und in Bühl lebende Maria Kölble, sich dem Schaffen des Pädagogen und Künstlers. Doch zum ersten Mal werden seine Werke jetzt in einem Rahmen präsentiert, der den besonderen Bezug des Ferdinand Ruska zu Bühl dokumentiert: Das Schloß Waldsteg beherbergt in seinen Mauern das Stadtgeschichtliche Institut der Stadt. Ein Ort also, der die Geschichte beschreibt, die von der Persönlichkeit Ruskas entscheidend geprägt wurde.

Der 1826 in Grafenhausen geborene Ferdinand Ruska hatte sich bereits in frühester Jugend den schönen Künsten verschrieben. Sein Lebensweg aber sah zunächst die Rolle des Vermittelnden und Lehrenden vor: er wurde Schulmeister. Zu Allerheiligen 1860 ließ er sich als Hauptlehrer für Schreiben, Gesang und Zeichnen in Bühl nieder, nachdem er bereits mehrere Jahre als Lehrer an anderen Orten unterrichtet hatte - unter anderem sogar Hans Thoma an der Zeichenschule in Bernau Innerthal. Sein Potential und Willen, Wissen zu vermitteln, machte ihn gerade in Bühl zu einem frühen Förderer des Schulwesens. Ferdinand Ruska weitete in der Folgezeit seine Lehrtätigkeiten stetig aus. Er unterrichtete an der Privaten Realschule, der Gewerbe- und Fortbildungsschule und an der, 1866 gegründeten, landwirtschaftlichen Winterschule

Neben der Liebe zur Malerei, die Ausdruck in seinen zahlreichen Werken mit Motiven aus der Umgebung fand, widmete sich der Bühler auch den anderen schönen Künsten: Die Liebe zum Wort ließ ihn zu einem begehrten Redner im Handels- und Gewerbeverein avancieren, der Gesang brachte ihn zur musikalischen Leitung des Männergesangsvereins.

Im hohen Alter von 60 Jahren, nach wie vor 48 Schulstunden pro Woche unterrichtend, mußte sich Ferdinand Ruska schweren Herzens von Bühl verabschieden. Eine neue Arbeitsstelle in Baden-scheuern versprach eine geringere Belastung. Schweren Herzens nahm er Abschied von der ihm liebgewordenen Stadt Bühl, in die er aber nach seinem Ruhestand im Jahr 1897 wieder zurückkehren konnte. Am 6. August 1901 starb der Künstler und wurde neben seiner Frau an der Alban-Stolz-Kapelle in Bühl bestattet, ein Ort, an dem auch andere verdiente Bühler Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte fanden.